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Weil sein Untertitel lautet: "Die Geschichte von einem Weg um die Welt". Dazu schrieb in düsterer Vorahnung Stil-Ratgeber Ludwig Reiners schon 1963: "Der Verfasser hielt 'von einem Weg' offenbar für einen Genitiv (Wesfall). Aber man darf im Deutschen nie den Genitiv mit 'von' wiedergeben. Im Alltag sagt man manchmal: 'das Haus von meinem Vater' (noch schlimmer: 'meinem Vater sein Haus'). Aber das ist ein erbärmlicher Schnitzer. Es muss heißen: 'das Haus meines Vaters' oder auch 'meines Vaters Haus."
Also: Nicht nur korrektes, sondern auch gutes Deutsch wäre 'Die Geschichte eines Weges um die Welt' gewesen. Der arme Ludwig. Er hat nicht geahnt, dass heute auch scharenweise Abiturienten und Akademiker solchen Müll abliefern (Abiturienten sowieso) und mit der Rechtschreibkorrektur ihrer angeblich schlauen Apparate gar nicht umgehen können. Wahrscheinlich müssen wir froh sein, dass da nicht stand:
"Einem Weg um die Welt seine Geschichte"
Ich weiß, eine Menge Leute werden jetzt wieder sagen: "Darauf kommt's doch nicht an, es kommt doch auf den Inhalt von dem Film an!" Ich sage: "Es heißt 'des Films'!" - "Du Gluckscheiser", tönt es da wieder, "die Grammatik von dem Plakat ist doch egal!" - " Ist sie nicht", schreie ich, "du würdest doch auch keinen Tisch kaufen, der nicht perfekt gehobelt und lackiert ist!" - "Nee, würd ich nicht, aber dass ist ja was anderes!" - "Ist es nicht!", schreie ich, "in so einen Film gehe ich nicht, weil Leute, die sowas schreiben oder die zulassen, dass sowas geschrieben wird, bestimmt keine guten Filme machen! Genauso, wie Schreiner, die einen Tisch nicht perfekt schleifen und lackieren, halt keine guten Schreiner sind und ich von denen keinen Tisch kaufe!" - "Aber der Film ist gut!" - "Mag sein. Auch von einem ungehobelten Schwartenbrettertisch kann man natürlich essen. Aber schöner ist ein perfekter Tisch, nach allen Regeln der Kunst gefertigt. Es ist attraktiver, einladender, bezaubernder. Man verspürt förmlich den Drang, sich probeweise einmal daran setzen. Und wenn der Untertitel korrekt gewesen wäre, hätte ich vielleicht den Wunsch verspürt, mir den Film anzuschauen."
Mein Gegenüber sagte nichts. Ich sagte: "Ich hole mir jetzt vom Wurststand eine lange Rote mit Zwiebeln. Kommst du mit? Der Inhaber des Wurststandes ist ein guter Bekannter von mir, der gibt uns vielleicht einen aus."